kurzbiographie
for the english version, please click here
tomas schmit, geboren am 13. juli 1943 in wipperfürth, gehört zu den pionieren der internationalen avantgardistischen kunstszene in köln und berlin in den 1960er und 1970er jahren. sein werk reflektiert konzepte der kunst, die grundlagen der wahrnehmung und naturwissenschaftliche zusammenhänge. es hat künstler und autoren, wie z.b. george brecht, dorothy iannone, arthur köpcke, george maciunas, nam june paik, dieter roth und emmett williams, ausstellungsmacher, galeristen und verleger, wie z.b. kaspar und walther könig, rudolf springer, michael werner und barbara wien, und kunstwissenschaftler, wie z.b. julia robinson und kristine stiles, beeinflusst.
konzeptuell scharf, formal reduziert, aber gleichzeitig frei in der umsetzung, sind die arbeiten von tomas schmit immer an publikumsreaktionen interessiert und häufig selbstironisch. er wird frühzeitig für seine kompromisslose haltung gegenüber dem leben und der kunst bewundert. seine partitur zyklus für wassereimer (oder flaschen), geschrieben 1962, von ihm selbst 1963 beim fluxus-festival in amsterdam aufgeführt, ist eines seiner hauptwerke.
ein großteil seiner werke befindet sich heute in museen und privatsammlungen, wie z.b. der sammlung/archiv andersch im städtischen museum abteiberg in möchengladbach, dem fluxusarchiv sohm der staatsgalerie stuttgart, dem museum ludwig in köln, der sammling/archiv nam june paik des smithsonian american art museum in washington, der sammlung falckenberg in hamburg und der bayrischen staatsbibliothek. seine kritischen texte über fluxus, geschrieben zwischen 1963 und 2005, können als grundlegend für die erforschung der europäischen fluxus-festivals betrachtet werden.
die weigerung von tomas schmit, seinen beitrag zu fluxus durch selbststilisierung zu vermarkten oder post festum multiples herzustellen und partituren aufzuführen, beeinflusst bis heute seine wahrnehmung. ab 1965 entwickelt er ein zeichnerisches, theoretisches und schriftstellerisches werk, das zu seinen lebzeiten in mehreren retrospektiven und büchern vorgestellt wird.
als tomas schmit am 4. oktober 2006 in berlin stirbt, hinterlässt er ein umfangreiches werk aus partituren, zeichnungen, editionen, texten und büchern.